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Voice-over

(Stand: 03.07.2018)

Was ist Voice-over
Voice-over ist ein Begriff aus der Studiotechnik beim Film oder auch des Hörfunks. Es wird dabei nachträglich eine meist kommentierende Stimme über die bereits vorhandene Audioaufnahme gelegt.

Übung macht den Meister
Jeder hat einmal angefangen, so auch ich. Die ersten, nennen wir es einmal Bemerkungen, waren nicht das, was man sich unter einer Kommentierung vorstellen kann. Mit der Zeit und entsprechender Übung hat sich das allerdings stark verbessert. Eine wichtige Sache ist, wenn man selber von dem, was man von sich gibt überzeugt ist. Jeder ist anders und soll es auch bleiben. Jch meine damit, dass sich niemand verstellen sollte, denn das merken alle, insbesondere die man kennt.

Ereignisse, Namen und Bezeichnungen festhalten
Wer z.B. seinen Urlaubsfilm oder auch eine Dokumentation kommentieren möchte, sollte sich vorher schon einmal einen stichwortartigen Ablauf mit den korrekten Bezeichnungen anfertigen. Man glaubt gar nicht, was man schon nach wenigen Tagen alles vergessen hat, oder einem nur nach einiger Überlegung wieder einfällt. Am einfachsten ist es später, wenn man sich bereits bei den Aufnahmen immer mal wieder Notizen macht.

Freies Sprechen
Es ist sehr schnell zu hören, wenn jemand einen Komentar abliest. Besser ist es, wenn man nur einige Stichworte hat und frei redet. Das wirkt natürlicher und das ist es ja auch.

Professionelle Sprecher
Es gibt natürlich auch professionelle Sprecher, die z.B. über www.voicearchive.de gebucht werden können. Für einen Urlaubsfilm ist das aber wahrscheinlich etwas übertrieben und auch zu teuer. Diese Sprecher benötigen allerdings ebenfalls einen stichwortartigen Ablauf und einiges mehr.

Synchronsprecher
Eine andere Art ist der Synchronsprecher. Er kann einen schlecht aufgenommenen Text nachsprechen, oder aber auch in anderen Sprachen den Text widergeben. In beiden Fällen müssen die Lippenbewegungen mit dem Text übereinstimmen. Um das hinzubekommen, bedarf es einiger Übung.
Es wird unterschieden zwischen Off- und On-Sprechern. Der Off-Sprecher ist am verbreitesten, denn er ist im Film nicht zu sehen und muss mit nichts im Zusammenhang stehen. Anders beim On-Sprecher. Der Sprecher ist im Film zu sehen. Wenn jemand seinen Urlaubsfilm, oder eine Dokumentation über seine Bildungsreise kommentiert, hat es sogar etwas persönliches, wenn die Person, die das erlebt hat, zu sehen ist.

Popschutz
TEXT Der meist verwendete Popschutz dürfte der sein, der in der Grafik zu sehen ist. Er besteht aus einem runden Rahmen, der mit einem Gewebe bespannt ist, das den Pop-Luftstoß vor dem Mikrofon (t.bone SCT 800) abbremst.

Auch das verwendete Mikrofon spielt eine Rolle, wie empfindlich Luftströme als störende Geräusche aufgenommen werden. Detaillierte Erklärungen sind im Netz bereits bestens beschrieben und müssen hier nicht noch einmal widerholt werden.

Sprachverständlichkeit
TEXT Der Frequenzbereich der menschlichen Stimme mit den Obertönen beträgt etwa 80 Hz bis 12 kHz. Das Hörvermögen jünger Menschen liegt bei 16 bis 20.000 Hz und bei älteren Menschen bei 16 bis 5.000 Hz.
In der Folge bedeutet das, dass der gesprochene Text zwischen 16 und 5.000 Hz liegen sollte, da diesen Frequenzbereich jeder aufnehmen kann.

Grob wird unterschieden:
  • Low range (20 Hz to 200 Hz)
  • Lower Mid range (200 Hz to 1000 Hz)
  • Higher Mid range (1000 Hz to 5000 Hz)
  • High range (5000 Hz to 15000 Hz)
Das ist aber noch lange nicht alles, was beachtet werden sollte. Ein identisch gesprochener Text, auch in der Lautstärke, ist völlig anders in einer Kirche, Bahnhofshalle oder Wohnzimmer ohne Nebengeräuschen verständlich. Menschen können unterschiedlich gut eine Stimme aus einem "Akustikbrei" von Nebengeräuschen herausfiltern. In einem Film ist der O-Ton ein bedeutender Faktor. Oft wird eine Hintergrundmusik verwendet. Man merkt schon, wo das hingeht. Viele Geräuschkanäle laufen zusammen. Es ist daher wichtig, einen Kommentar da zu platzieren, wo im O-Ton niemand spricht und die Hintergrundmusik inkl. O-Ton eventuell an dieser Stelle heruntergeregelt ist. Wenn der Sprecher nur schlecht zu verstehen ist, hört nach einiger Zeit niemand mehr hin. Bei Kommentarfilmen ist das gut zu hören. Der Sprecher dominiert mit seiner Stimme.

Das Ausgleichen des Tons ist sehr wichtig. Einige Frequenzen können runter- bzw. angehoben werden. Stichwort EQ.

Um die Stimme in einem brauchbaren Freuenzbereich auszugeben, gibt es viele Plug-Ins, wie z.B. von Focusrite die Plug-Ins Red2 und Red3.
Focusrite-Red2 Focusrite - RED2
Das Red 2 EQ Plug-in hat drei Sektionen, alle mit einstellbarem Gain von-16 DB bis +16 DB.

Low Shelf und High Shelf
Schneidet Freuenzen unter- bzw. oberhalb eines Wertes ab.
Low Shelf = Freuenzbereich von 33 Hz bis 270 Hz.
High Shelf = Freuenzbereich von 3.3 kHz bis 15 kHz.

Low Pass und High Pass
Lässt Freuenzen ober- bzw. unterhalb eines Wertes durch.
Low Pass = 3.9 kHz to 16 kHz
High Pass = 36 Hz to 330 Hz

Low Mid und High Mid
Lässt Freuenzen ober- bzw. unterhalb eines Wertes bis zum Ende-Bereich durch.
Low Mid = Bereich von 40 Hz bis 1.2 kHz.
High Mid = Bereich von 600 Hz bis 18 kHz.

Focusrite-Red3 Focusrite - RED3
Input
Regelt den Input-Level des Eingangs. Der Bereich geht von -18 DB über 0 DB nach +18 DB.

VU Meters
Im Red 3 Kompressor sind zwei Anzeigen:
Input/Output
Schalter auf Input = Anzeige des Signals direkt nach dem Input GainControler.
Schalter auf Output = Anzeige DRY/WET Control in der Signalkette. Die rote Nadel hat hierbei keine Funktion.

Gain Reduction
Zeigt den Betrag der Abschwächung des Kompressors an.

Threshold
Stellt die Schwelle ein, an der die Kompression beginnt. Der Bereich von −50 DB bis −10 DB ist einstellbar. Je kleiner der Threshold, umso mehr wird das Signal kompressiert. Wenn das Input/Output VU-Meter auf Input steht, wird dort der Wert mit der roten Nadel angezeigt.

Ratio
Regelt das Verhältnis, ab welchem Verhältnis die Kompression zwischen Input und Output-Level beginnt. Die Kontrolle kann in einem Bereich von 1.5:1 bis 8:1 eingestellt werden. Kleinere Werte bieten eine weichere Kontrolle des Signals. Bei hohen Werten wirkt der Kompressor schon fast wie ein Limiter.

Attack
Regelt den Zeitraum, in der der Kompressor bei übersteigen eines Werts anschlägt.


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